ING-DiBa – Facebook-Shitstorm wegen Nowitzki-Spot

Sebastian Manhart 04.01.2012 23:27 0

ING-DiBa erlebt derzeit harte Zeiten auf Facebook: Auf der Facebook-Fanpage des Bankinstituts hat sich eine ausufernde Diskussion entsponnen, in der sich Vegetarier und Fleischesser Wortgefechte liefern, die mit dem Unternehmen selbst gar nichts mehr zu tun haben. ING-DiBa sah sich dazu gezwungen einen Aufruf  auf der Page zu veröffentlichen, in dem die Einhaltung Netiquette eingemahnt wird. Mir ist nichts bekannt, dass ING-DiBa in irgendeiner Form in die Diskussionen eingegriffen hat.

Entzündet hatte sich die Diskussion am neuen TV-Spot mit Basketballer Dirk Nowitzki, in dem er in einer Metzgerei steht und dort ein Rädchen Wurst isst – so wie früher, wo er als Kind immer ein Rädchen geschenkt bekommen hat (wer erinnert sich nicht gerne an ähnliche Erlebnisse in der eigenen Kindheit?). Dass daraus eine derartig heftige Diskussion entstehen würde, war absolut nicht abzusehen.

Kann das einem Vorarlberger Unternehmen auch passieren? Sehr wahrscheinlich ist das nicht – wenn sich aber die “richtigen” Leute über eine Aktivität ärgern, kann das in den sozialen Netzwerken schnell die Runde machen.

Update 11.01.2012:

Einige interessante Artikel zu diesem Thema sind in den letzten Tagen publiziert worden:

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Natürlich stellt sich die grundsätzliche Frage, wie ING-DiBa mit dem Problem umgehen sollte. Aus meiner Sicht haben sie bislang alles richtig gemacht:
  • Zu einem für sie fremden Thema haben sie keine Stellung bezogen – in dieser Diskussion können sie nur verlieren
  • Die Diskussion wurde dennoch unbeschränkt weitergelaufen lassen – nur unter dem Hinweis auf die Einhaltung gewisser Spielregeln.
  • Nach nunmehr in etwa 3 Wochen regen Betriebs auf der Pinnwand ist aber sicherlich langsam die Schmerzgrenze erreicht. Es ist an der Zeit, langsam aber sicher wieder das Heft des Handelns in die Hand zu bekommen, um eigene Botschaften transportieren zu können. Sehr lange können die Verantwortlichen sicherlich nicht mehr nur zuschauen – es gilt nun die verbreiterte Fanbasis für eigene Themen zu nutzen …
  • Zur Frage, wie das gelingen kann, gibt es durchaus konträre Meinungen. Ich glaube, dass ein gangbarer Weg sein könnte, jeden einzelnen Pinnwandeintrag erst nach Überprüfung freizugeben und dabei Beiträge, die die Vegatarier-Diskussion betreffen, in ein eigenes Forum umzuleiten.
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Update 17.01.2012:
ING-DiBa ist nun wie vorhergesehen aktiv geworden und hat (meines Erachtens absolut richtig) angekündigt, neue themenfremde Posts ab sofort von der Pinnwand zu entfernen. Die Ankündigung auf der Pinnwand im Wortlaut:
Liebe Fans und liebe Diskussionsteilnehmer, in über 1.400 Posts mit rund 15.000 Kommentaren wurden in den letzten zwei Wochen auf unserer Pinnwand die Themen Ernährung und vegane Lebensweise ausgiebig diskutiert. Dabei wurden wohl alle denkbaren Meinungen und Argumente ausgetauscht. Wir haben das interessiert verfolgt und gerne die Plattform für die Diskussionen bereitgestellt. Wir als Bank haben das Ziel, unseren Kunden attraktive Finanzprodukte und einen guten Service anzubieten. Um den Anliegen unserer Kunden und Interessenten wieder mehr Raum zu geben, werden wir nun neue Posts zu den genannten Themen von der Pinnwand entfernen. Die bisherigen Posts bleiben selbstverständlich bestehen und werden auch weiterhin genügend Platz für Diskussionen bieten. Viele Grüße, Ihre ING-DiBa
In den ersten 5 Stunden nach dem Post waren die Kommentare dazu beinahe ausschließlich positiv.
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Aus meiner Sicht hat ING-DiBa alles richtig gemacht: Der Diskussion wurde Raum gelassen – und nach einer angemessenen Frist wurden die Diskussionen mit gut gewählten Worten beendet.