Instagram – im Employer Branding nutzbar?

Sebastian Manhart 29.07.2012 21:44 Comments Off on Instagram – im Employer Branding nutzbar?
Instagram – im Employer Branding nutzbar?

Instagram macht in letzter Zeit viel von sich reden – in den letzten Tagen mit News, die den Photo-Sharing-Dienst für Personalmarketer zumindest für ein grundsätzliches Beschäftigen mit der Funktionsweise qualifizieren. Als Facebook Instagram im Mai für 1 Mrd. US-Dollar übernommen hatten, gab es noch 50 Millionen registrierte User – letzte Woche wurde die 80-Millionen-Grenze geknackt (die offizielle Bekanntgabe erfolgte im Instagram-Blog). Als Grund für die Übernahme wurde damals im Wesentlichen über die verfügbare Technik und die bestehende Community spekuliert – Instagram wurde seither in Facebook besser integriert, besteht aber nach wie vor als eigenständige Plattform. Nachdem t3n darüber spekuliert, dass der bislang im wesentlichen auf Smartphones aufbauende Dienst an einer Nutzbarkeit via Website arbeitet (dafür sind derzeit “Umgehungsdienste” wie Webstagram nötig), dürfte das auch noch eine Zeit lang so bleiben.

Großes Echo hat im Netz ein Nestlé-Fauxpas ausgelöst. Das Unternehmen hatte als Hinweis auf die neu eingerichtete Instagram-Präsenz für Kit Kat ein Foto eines Drummers im Bären-Kostüm, der mit zwei Schokoriegeln auf einem Schlagzeug spielte, auf Facebook gepostet. Und dabei übersehen, dass dieser Drummer dem Pedobear sehr ähnelte – dem im Internet weit verbreiteten Symbol für Pädophilie und Kinderpornographie … Fettnäpfchen warten überall …

In den letzten Tagen hat Twitter zudem den Instagram-Zugriff auf die eigene API teilweise gekappt. Bislang war es möglich, auf Instagram die eigenen Twitter-Kontakte zu suchen und als Kontakte auf Instagram hinzuzufügen. Einen ähnlichen Vorgang gab es auch auf LinkedIn – was dort zur Entlastung des Streams führte, ist bei Instgram recht schade …

Genug zu aktuellen Entwicklungen rund um Instagram, werfen wir mal einen Blick auf die Funktionalitäten. Im Wesentlichen geht es bei Instagram darum, Fotos vom Smartphone hochzuladen (und dabei mich leider wenig überzeugende Filter anzuwenden) und auf der Plattform zu teilen. Nach dem Upload kann jeweils festgelegt werden, ob das Foto zusätzlich auch auf Twitter, Facebook, Tumblr, Foursquare oder Flickr gepostet werden soll – Hashtags im Fototitel werden dann jeweils mit übernommen (was für die Verbreitung gerade auf Twitter wesentlich ist). Die hochgeladenen Fotos können geliked und kommentiert werden – was dann je nach Account-Einstellungen des jeweiligen Users wieder bei Facebook oder Twitter landet.

Einige Marken nutzen Instagram bereits – durchaus mit großem Erfolg. Allerdings haben Starbucks, NH Hotels, Puma, Red Bull, Burberry, Pepsi, … einen enormen Vorteil: Gelegenheiten für interessante Fotos bieten sich in ihrem Unternehmen en masse. Unternehmen, die Instagram vorwiegend mit Employer Branding-Fokus nützen, habe ich keine gefunden …

Warum ist so? Bzw. wo liegen die Probleme? Ich gehe davon aus, dass vorwiegend die Motive, die sich für “lässige” Fotos eignen, fehlen (sicherlich auch die Leute, die im Personalmarketing selber entsprechende Fotos aufnehmen könnten). Am einfachsten ist es ja, mit einem Smartphone zu fotografieren, das Foto dort zu bearbeiten und dann hochzuladen (das Foto könnte aber auch zB per Mail auf ein Smartphone übertragen werden).

Warum könnte es dennoch einen Sinn machen, für das Employer Branding Instagram zu nutzen?

  • Der Dienst gilt nach wie vor (trotz der Übernahme durch Facebook 😉 ) als hip – könnte auf die eigene Marke abfärben …
  • Fotos “funktionieren” auf Facebook gut – “behind the scenes”-Fotos lassen sich mit einem Smartphone perfekt machen. Ein Mindestmaß an Kreativität und fotografisch geschultem Auge gibt dann wunderbaren Content für die eigene Facebook-Page. Das Sharing von Instagram weg auf Facebook verursacht praktisch keinen Aufwand. Wer Fotos auf Facebook postet, kann sie eigentlich gleich auf Instagram posten. Auch wenn kein Aufwand betrieben wird, um auf Instagram eine Community aufzubauen, bekommt man den einen oder anderen Kontakt quasi gratis dazu.
  • Instagram zwingt dazu, in in kürzeren Abständen geposteten einzelnen Fotos zu denken (Fotoalben wie bei Facebook gibt es nicht). Funktioniert auch auf Facebook gut … Likes bekommt man am ehesten für einzeln gepostete Fotos – mit Alben verschießt man of unnötig Pulver (auch wenn sie in bestimmten Situationen durchaus Sinn machen). Lieber mal statt eines nichtssagenden Albums mit 15 Fotos 3 einzelne, ordentliche Fotos posten.
  • Instagram zwingt dazu, nicht einfach Fotos zu posten – jedes Foto muss für sich eine kleine Geschichte erzählen. Storytelling rückt damit in den Fokus …
  • Die überwiegende Mehrheit der Profil ist nach wie vor mit der standardmäßig voreingestellten Sicherheitseinstellung (wie bei Twitter) ausgestattet: D.h. Sie können jedem x-beliebigen User folgen. Mit ein bisschen Suche lassen sich einige Profile finden, die Ihnen unverfälschte Einblicke in die Lebens- und Denkweise ihrer Zielgruppe vermitteln.

Alles in allem: Sollte in Ihrem Unternehmen ein/e Mitarbeiter/in verfügbar sein, dem/r Fotografieren mit Smartphones Spaß macht (und da kann man wirklich tolle Fotos machen), würde ich einen Versuch riskieren …

Wer konkrete Überlegungen zum Einsatz von Instagram anstellen möchte, dem sei die Präsentation von likeable ans Herz gelegt: Instagram for brands (29.3.2012, via SlideShare). Wer sich Inspirationen holen möchte: Der Instagram-Blog bietet jede Menge – ACHTUNG: ein echter Zeitfresser 😉

Fotocredits: Titelfoto Instagram-Facebookpage, Nestlé-Fauxpas PetaPixel.com, Starbucks

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