Frauen in Technik – und Männer in “Frauenberufe”

Sebastian Manhart 13.08.2012 20:57 Comments Off on Frauen in Technik – und Männer in “Frauenberufe”
Frauen in Technik – und Männer in “Frauenberufe”

Seit vielen Jahren werden (zumindest in Vorarlberg 😉 ) Mädchen als die große Chance gesehen, den Technikermangel, der sich ja rein aus demographischen Gründen schon lange ankündigt (ein Blick in die Geburtenstatistik hätte so manchem Entscheidungsträger geholfen), wenn schon nicht zu beseitigen, dann doch wesentlich zu lindern. Seit 12 Jahren gibt es deshalb in der V.E.M. den (hoffentlich) bewusstseinsbildenden Aktionstag “Frauen in Technik” (www.frauen-in-technik.at) – seit Anfang 2011 erweitert um das Projekt “I kann’s! I trau mer’s zu!” (www.ikanns.at). Projektbeschreibungen gibt’s auf den beiden genannten Websites. Infos zur Geschlechterverteilung im heurigen Lehrlingsjahrgang in Vorarlberg gibt’s übrigens auf vem.at.

In den letzten beiden Wochen (ein Post ist schon deutlich älter, passt aber trotzdem perfekt hierher) haben drei Blogger-Kollegen drei durchaus nachahmenswerte Aktionen vor den Vorhang geholt (detailliertere Beschreibungen gibt es jeweils in den Posts – darum bin ich faul und poste hier nur die Links dazu. Die Bilder stammen auch aus der jeweiligen Quelle):

Tobias Kärcher nahm auf wollmilchsau.de die Lehrlingsaktivitäten von Airbus unter dem Motto “Mädchen machen mehr” unter die Lupe.

Wolfgang Brickwedde beleuchtete auf competitiverecruiting.de die umfassenden Aktivitäten der Verkehrsbetriebe Zürich auf der Suche nach Tramfahrerinnen. Ich habe mir schon länger vorgenommen, die wirklich beispielhaften Aktionen der VBZ eigens vorzustellen – hoffentlich komme ich bald dazu …

In die komplett entgegengesetzte Richtung (Männer in Frauenberufe) arbeitet die Initiative “Vielfalt Mann!“: Joachim Diercks (Recrutainment bzw. Cyquest) beschreibt die Versuche der Hamburger Kitas, Männer für den Erzieherberuf zu begeistern.

Allen Initiativen ist eines gemein: Sie versuchen, traditionelle Rollenbilder aufzubrechen – Rollenbilder, die in unserer Gesellschaft tief verankert sind. Sie können in ihrer Gesamtheit einen wichtigen Beitrag zum Aufbrechen dieser Klischees liefern – wo jedoch der feste (politische) Wille fehlt, unsere Gesellschaft moderner zu gestalten, werden sie letztlich wohl nur ein Tropfen auf den heißen Stein bleiben … In diesen Rollenbildern liegt ua ja auch der wesentliche Grund für Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen: Frauen arbeiten oft in Branchen, in denen die Durchschnittslöhne niedriger und der Anteil der Teilzeitjobs höher ist.

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