Der Großteil der Leser dieses Blogs kommt zwar aus Deutschland – aber auch bei unseren nördlichen Nachbarn ist das Weiterlesen erlaubt
. Primäre Zielgruppe dieses Posts sind allerdings Vorarlberger Unternehmen. Die Verkehrsbetriebe Zürich, die ich hier als Best Practice-Beispiel vorstellen werde, arbeiten in einem von der Mentalität her recht ähnlichen Umfeld wie wir hierzulande. Argumente wie “In Deutschland (oder gar den USA) ist alles anders, das funktioniert bei uns alles ganz anders …” zählen nicht – auch wenn natürlich Zürich ein deutlich städtischeres Umfeld ist als Vorarlberg …
Warum aber sind die Verkehrsbetriebe Zürich als Vorzeigebeispiel, an dem man viel lernen kann? Weil das Team rund um Jörg Buckmann (der übrigens sehr unterhaltsam über Personalgewinnung bloggt - nehmen Sie sich die Zeit zum Schmökern und abonnieren Sie die Posts!) eine Menge cleverer Aktionen startet, die die VBZ von der breiten Masse der personalsuchenden Unternehmen abhebt.
Vorab mal die Links zu den wesentlichen Auftritten im Netz:
- Die Karrierepage auf Facebook gefällt mir gut: ansprechende Posts, Team wird gezeigt, direkte Kontaktmöglichkeit, 4 Apps mit Infos zu den VBZ als Arbeitgeber und aktuell offenen Jobs und als Highlight die Einbindung des kununu-Profils (wer oder was kununu ist, muss ich in Vorarlberg hoffentlich niemand mehr erklären). Die Page hätte sich deutlich mehr Likes verdient!
- Die Karriere-Website gefällt mir weniger – einerseits weil Sie auf der Unternehmens-Website deutlich prominenter platziert werden müsste, andererseits weil mich das nicht besonders moderne Erscheinungsbild nicht anspricht (zur Entschuldigung: Da gehen die Zwänge der Integration in die Unternehmens-Website vor, dh es geht gar nicht besser). Vielleicht wäre ein (sicherlich hart zu erkämpfender Blog) außerhalb der eigentlichen Website eine Option …
- Als Ergänzung noch die allgemeine Facebook-Page. Schade, dass sich hier als einziger Verweis auf das Thema “Arbeitgeber” ein Hinweis auf die Cartoons (dazu später mehr) findet.
Warum finde ich aber an die Aktivitäten der VBZ so speziell? Lassen wir sie einfach für sich sprechen:
1. Chefs bewerben sich per Video bei potentiellen Mitarbeitern als Chef
Das ist die erste Aktivität, die mir aufgefallen ist – im Post vom Jänner 2012 finden Sie ein Videobeispiel, auf der Website sind hier bereits 50 Videos archiviert. Im Kampf um neue (in privilegierten Fällen um die besten) Mitarbeiter bewerben sich Unternehmen ja ständig um vielversprechende Kandidaten – warum also nicht den unmittelbaren Vorgesetzten zu Wort kommen lassen, der sich, den Job und das Team präsentiert? Solche Videos müssen nicht aufwändig produziert werden, Hochglanz ist nicht nötig.
2. Speziell auf Frauen zugeschnittene Kampagne bei der Suche nach Tramführerinnen

Die Aktivität ist im Blog von Wolfgang Brickwedde im Detail beschrieben. Grundidee: Praktisch identische, parallel geschaltete Stellenanzeigen für Frauen und Männer – die für die Frauen waren dabei deutlich größer als die für Männer. Das Erfolgsergebnis in Zahlen: Verdoppelung der Bewerberzahlen allgemein – und das mit einem doppelt so hohen Frauenanteil.
Mein absolutes Highlight! Mit Fingerspitzengefühl (Humor ist gerade in der Personalkommunikation ein recht dünnes Eis) und viel Augenzwinkern liefern kleine Comics, die jeden Freitag auf der Facebook-Seite gepostet werden, lustige Einblicke in das Leben von Tinka, der Tramführerin. Der Aufwand ist durchaus überschaubar – die Idee muss man aber erst mal haben …
4. Mitarbeiter werben Mitarbeiter: Social Media Ambassadoren
Die Idee ist wiederum eigentlich sehr simpel – in strukturierter Form ist sie mir aber aus keinem anderen Unternehmen bekannt. Die VBZ haben Mitarbeiter als Botschafter in social networks gewonnen, die offene Stellen in ihren eigenen, privaten Profilen posten (detailliert beschrieben bei Henner Knabenreich). Sonst wird in aller Regel darauf gehofft, dass die Mitarbeiter von ihrem Arbeitgeber so begeistert (und zB auch Fan der eigenen Karrierepage) sind, dass sie das aus eigenem Antrieb tun. Achtung bei der Nachahmung: Der Teufel steckt im Detail … Wie häufig soll gepostet werden? Mit welchem Begleittext? Wie wird mit Fragen zu den Jobs umgegangen? Gibt es Prämien? Gibt es ein Honorar? Auswirkungen auf die privaten Inhalte der jeweiligen Präsenzen? Und und und …
Verlassen Sie auch mal ausgetretene Pfade (aber bitte erst, wenn die Hausaufgaben – und damit meine ich vor allem die Karriere-Website – gemacht sind) und probieren sie auch mal ungewöhnliche Dinge aus. Es muss nicht alles klappen, zB können auch peinliche Videos Aufmerksamkeit erzeugen
Fotos: Cartoon Facebook-Page jobs@VBZ Züri-Linie, Screenshot Wolfgang Brickwedde.



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RT @sebimanhart: Best Practice Verkehrsbetriebe Zürich: Cartoons, Chefs bewerben sich, Mitarbeiter als Social Media-Botschafter http://t …
Lieber Sebastian, habe die Ehre…
Vielen herzlichen Dank für die wunderbare Zusammenfassung unseres Tuns und das viele Lob. Bei Deiner kritischen Beurteilung der Karriere-Webseite legst Du den Finger in die richtige Wunde. In der Tat sind wir darüber auch nicht glücklich, die vielen Restriktionen und das enge Korsett der Websitestruktur der Stadt Zürich ist wohl die richtige Erklärung, soll uns aber nicht als Entschuldigungs- Persilschein dienen. Spätestens im Frühjahr 2013 werden wir dort substanzielle Verbesserungen realisiert haben. Herzliche Grüsse ins Ländle! Jörg
Lieber Jörg,
ich freue mich, dass du die Kritik an einem nicht ganz wesentlichen Punkt des Portfolios nicht verärgert aufgenommen hast. Hatte gerade in den letzten Tagen einige Diskussionen zu exakt der gleichen Situation – enge CD- und Web-Richtlinien im Konzern-/Unternehmen, die zu einer suboptimalen Präsenz führen …
Auf dem Weg ins Büro war ich gerade noch sehr böse und habe einen mobilen Zugriffsversuch unternommen
Hoffentlich nehmen sich viele Unternehmen ein Beispiel an Eurer Herangehensweise an das Thema!
Sebastian
Immerhin sind die Stelleninserate bereits Mobile optimiert. Jörg Buckmann sei Dank!
Verkehrsbetriebe Zürich – staunen, schmunzeln und lernen … http://t.co/42DMQnZ7
[...] Zürichs Strassen mit einer gesunden Distanz, Humor und einer Prise Ironie zu betrachten. Kollege Sebastian Manhart aus Österreich hat übrigens darüber und ganz allgemein über die Personalmarketingaktivitäten [...]
Personalmarketing-Blog Sebastian Manhart – Verkehrsbetriebe Zürich – staunen, schmunzeln und lernen … – http://t.co/3cZBLIOS gut g…
[...] möchte kommt vom Personal Marketing Blog. Sebastian Manhart berichtet in seinem Post “Verkehrsbetriebe Zürich – Staunen, Schmunzeln und Lernen …“ von den Aktivitäten von Jörg Buckmann. Man muss hier leider neidlos anerkennen, dass [...]
[...] Die Karrierepage auf Facebook gefällt mir gut: ansprechende Posts, Team wird gezeigt, direkte Kontaktmöglichkeit, 4 Apps mit Infos zu den VBZ als Arbeitgeber und aktuell offenen Jobs und als Highlight die Einbindung des kununu-Profils (wer oder was… [...]
[...] künftigen Zielgruppen zu kennen, on- und offline Kanäle geschickt miteinander zu verlinken und so crossmediale Synergienpotenziale zu heben. Mehr noch: Netzwerkkompetenz heisst auch, über die HR-Grenzen hinaus zu denken; [...]
[...] zu den Vorzügen und dem Nutzen für potenzielle Bewerber. Hier müssten wir mit unserer VBZ-Karrierefanpage eher zu den Vorzeigebespielen gehören. Ob Berufswelten oder die Arbeitgebervorzüge – die VBZ [...]
[...] Media Services AG und mir publiziert. Unter dem Oberbegriff Recruiting 2.0 ging es um das Personalmarketing der Verkehrsbetriebe Zürich, um die Zusammenarbeit der beiden Zürcher Firmen und um das Thema Recruiting ganz allgemein. Als [...]
[...] lassen sich nicht kombinieren, spucken entsprechend viele mögliche Arbeitgeber aus. Und für Arbeitgeber wie die Verkehrsbetriebe Zürich, die viele Jobs für Quereinsteiger anbieten, wäre eine entsprechende Anstellungsart als [...]
[...] auf dem Arbeitsmarkt positionieren will. Dazu bedarf es nicht zwingend aufwändigen Prozessen. Die Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) positionieren sich seit über zwei Jahren mit vier einfachen, klaren [...]