Social Network der Zukunft? Facebook oder was sonst?

Sebastian Manhart 04.01.2013 17:02 0
Social Network der Zukunft? Facebook oder was sonst?

Wie viele Jahresrückblicke und Prognosen habt Ihr in den letzten Wochen gelesen? Oder gar selber geschrieben? Gelesen habe ich einige, auf’s Schreiben habe ich verzichtet – noch ein Rückblick oder noch eine Raterei (oder so zu tun als wüsste ich, was uns 2013 bringt) hätte ja nichts gebracht. Außerdem habe ich lieber die freien Tage rund um den Jahreswechsel genossen 😉

Rein durch Zufall bin ich heute aber auf 2 Blogposts gestoßen, die zwar statistisch nicht unbedingt repräsentativ sind, dennoch aber wunderbar Einblicke in die Zukunft geben. Welches Social Network wird also in Zukunft wichtiger werden, welches von der Bildfläche verschwinden? Da die richtigen Antworten zu haben, ist viel viel Geld wert.

Ask the experts! Ask 10th grade students!

Alle Vor- und Rückblicke, die mir untergekommen sind, hatte die fachliche Meinung von Personen zum Inhalt, die sich in aller Regel sehr ausführlich mit Social Media beschäftigen – die aber halt auch schon (so wie ich) in einem für Social Media-Verhältnisse doch schon fortgeschrittenen Alter sind. Viel richtiger ist da der Weg, den diese beiden Herren beschritten haben: Sie haben sich mit 15-Jährigen über ihre Gewohnheiten und die ihrer Freunde unterhalten.

15-jährige US-Amerikaner können uns Hinweise geben, was auf uns zukommt – und nicht was wir meinen, was auf uns zukommen wird 😉

Ich empfehle daher beide Blogposts zur Lektüre, möchte hier nur ein paar exemplarische Aussagen herausheben:

  • Facebook ist die zentrale Plattform schlechthin – allerdings durchaus eher die Anwendungen (Chat mit Einschränkungen, Messaging, Events, …) als die Timeline.
  • Auf Instagram gibt’s jedem Menge Fotos von Personen – und nicht von Landschaften, Gebäuden oder Dingen.
  • Der Facebook-Chat wird nicht genützt, weil dort viel zu viele Bekannte (und nicht Freunde) sind – verwendet werden Chats anderer Dienste, in denen der Freundeskreis enger ist.
  • e-Mail??? Was ist das? Was früher (in der privaten Kommunikation) e-Mail war ist heute die Nachrichtenfunktion v.a. von Facebook.
  • Snapchat hat in diesen Kreisen eine Verbreitung, die wir in Europa nicht kennen – mit Poke ist Facebook ja auch hier schon unterwegs.
  • Tumblr wird praktisch nur als Fotodienst gesehen – gepostet wird dort selbst nicht sondern in aller Regel nur bestehende Inhalte weitergebloggt.
  • Twitter ist absolut irrelevant
  • YouTube ersetzt mehr und mehr das klassische Fernsehen – aber auch das Radio.
  • Skype ist noch lange nicht tot. Außer Facebooks neue Messaging-Features killen die Anwendung.

Umso mehr 15-Jährige man fragt, umso mehr unterschiedliche Antworten wird man bekommen – so lange, bis die Übung einen statistischen Wert bekommt. Mir haben die beiden Blogposts aber vor Augen geführt, dass Jugendliche oft eine ganz andere Nutzungsweise der Social Networks haben wie wir selbst …

In Summe klingen die beiden Blogposts danach, dass Facebook zwar DIE zentrale Rolle spielt, wir uns aus Kommunikationssicht aber überlegen müssen, auf welchem Weg wir in die wirklich genützten Bereiche hineinkommen (lasst mich mal vermuten: Es könntet viel mit Content zu tun haben 😉 ) – und dass es eine Menge anderer Networks gibt, die wir auf dem Radar haben müssen. The next big thing? Ganz gute Frage …

Ach ja, passend dazu: Die Welt wird immer blauer …

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Fotoverwendung mit freundlicher Genehmigung von Jens Franke, http://www.flickr.com/photos/popikone/8333485405/