Facebook Graph Search: Wundermittel für Active Sourcing?

Sebastian Manhart 15.01.2013 21:24 1
Facebook Graph Search: Wundermittel für Active Sourcing?

Eigentlich ist das, was Facebook heute Abend vorgestellt hat (Details zB hier bei allfacebook.de oder hier bei Thomas Hutter), “nur” der nächste logische Schritt für den “blauen Riesen”, mit dem schon länger spekuliert wurde: Die Facebook-interne Suchfunktion wird deutlich ausgebaut – weiter geht das Giganten-Duell mit Google 😉

Zukünftig wird es also möglich sein, nach Dingen wie “Fotos von Freunden vor 1999”, “Freunde, die in Paris Urlaub gemacht haben” (für ein Beispiel bitte auf das Titelfoto dieses Blogposts klicken) etc. zu suchen – aber auch nach “Personen, die bei XY arbeiten” oder “Personen – oder Freunde von Freunden, die die Unversität XY absolviert haben” zu suchen. Nachdem schon länger klar ist, dass ein erfolgreiches Recruiting (zumindest) aus den Disziplinen Employer Branding/Personalmarketing (“ich erzähle von mir”) und Active Sourcing (“ich suche nach interessanten Kandidaten”) besteht, scheinen nun auf den ersten Blick paradiesische Zeiten anzubrechen. Hmmm – so sicher ist das aber nicht …

So soll die Suche mittels Graph Search funktionieren

Weitere Infos:

Warum habe ich meine Zweifel?

Vorab gesagt: Eine wirkliche Beurteilung ist erst dann möglich, wenn ich einen Zugang zur Beta-Version von Graph Search bekommen habe – erst dann kann ich Testläufe starten, welche Ergebnisse die Suche wirklich bringt …

Meine Zweifel basieren im Wesentlichen auf zwei Überlegungen: Erstens habe ich Zweifel an der “Qualität” der von Usern eingepflegten oder zugänglich gemachten Daten. Sprich: Viele Profile sind aus Unwissen, Desinteresse oder aus Privacy-Gründen mit voller Absicht unvollständig. Was aber nicht eingepflegt ist, ist logischerweise nicht auffindbar. In der riesigen User-Masse wird es wahrscheinlich aber dennoch viele auffindbare Personen geben – vor allem wenn man eher über gelikte Seiten, besuchte Orte oä sucht …

Meine zweiten Zweifel bestehen darin, dass es genügend Recruiter gibt, die mit dieser Suche wirklich umgehen können. Wenige Unternehmen setzen so gezielt auf den Recruiter 2.0 (oder natürlich auch die Recruiterin 2.0) wie die Deutsche Bahn unter Federführung von Robindro Ullah (siehe zB Infos in seinem eigenen Blog und Interview bei Henner Knabenreich). Als Recruiter brauche ich eine Affinität zu Facebook und – wenn ich dann auf Facebook direkt ansprechen will – auch keine Berührungsängste: Da muss ich mich persönlich mit meinem eigenen Facebook-Profil (das hoffentlich passend gepflegt und mit entsprechenden Privacy-Einstellungen versehen ist) aus der Deckung wagen. Evtl. kann hier das Anlegen eines zweiten, beruflichen Profils Abhilfe schaffen. Wenn ich um die direkte Ansprache auf Facebook einen Bogen machen will, muss ich darf vertrauen, den Kandidaten auf andern Plattformen wie XING oder LinkedIn zu finden …

Stichwort Privacy

Facebook weiß natürlich, dass mit dieser Suche die Bedenken der Community in Sachen Privacy hochkochen werden (siee zB auch Infos hier bei Mashable). Oder wie formulierte es Facebook-Experte Thomas Hutter in seinem Tweet:

Facebook hat deswegen mit einem Video im eigenen YouTube-Channel versucht, prophylaktisch Bedenken zu zerstreuen: