Recruiting: “Kopfgeld”-Aktion von Monday Consulting

Sebastian Manhart 24.03.2013 16:53 1
Recruiting: “Kopfgeld”-Aktion von Monday Consulting

“Was im Wilden Westen schon geklappt hatte, könnte auch heutzutage funktionieren.” Solche oder ähnliche Gedanken dürften auch einem Hamburger IT-Berater auf der Suche nach einem dringend benötigten Spezialisten durch den Kopf gegangen sein. Mit einer sympathischen Aktion und witzigen Sujets sucht Monday IT Consulting nach Mitarbeitern. Es ist durchaus ein gängiger Weg für die Vermittlung von neuen Mitarbeitern eine Prämie auszuzahlen – Monday hat einen cleveren Weg gefunden, auf die Aktion aufmerksam zu machen. Sie nutzen Postkarten von Edgar Freecards, die in Szenelokalen aufliegen, und werben dort mit frechen Sujets für die 1.000-Euro-Prämie.

monday websiteNeben der frischen, übersichtlichen Website, die zudem für mobile Zugriffe optimiert ist und auf der die Ansprechpartner auch mit ihrem XING-Profil verlinkt sind, gefällt mir vor allem, dass die Aktion bzw. der Einsatz des QR-Codes auf der Postkarte gut durchdacht ist:  Der Code führt zur Seite, auf der die Aktion erklärt ist – inklusive Links zu den offenen Positionen.

Beim mobile Recruiting stellt sich immer die gleiche Frage: “Wie kann sich ein Interessent dann tatsächlich auf die Stelle bewerben?”. Eine wirklich überzeugende Lösung habe ich noch nirgends gesehen, am sinnvollsten (aus Bewerbersicht) finde ich eine Bewerbung zB per Einfügen des Links zu einem Profil (zB bei XING). Was allerdings auf Unternehmensseite dann immer einen ziemlichen Aufwand nach sich zieht. So bleiben die Aktionen dann letztlich immer etwas zahnlos – auch der Verweis auf eine Mailadresse wie bei Monday ist letztlich nicht optimal.

6 Fragen an Marcel Scheland

Dank der professionellen Kommunikationsbegleitung durfte ich einem der Geschäftsführer von Monday Consulting 6 Fragen stellen.

Welche Überlegungen gibt es, warum gerade auf AdCards gesetzt wird und wie sind sie in sonstige Aktivitäten eingebettet? Sind sie eine alleinstehende Aktivität? Oder vielleicht nur ein “kleiner” Zusatz zum bestehenden Portfolio?
Es ist eine Alternative zur klassischen Anzeige bei Stepstone etc. Im Moment laufen keine weiteren Aktionen oder Ausschreibungen. Lediglich in den SoMe Kanälen wird die Aktion beworben.

Worin unterscheidet sich die Aktivität und damit das Unternehmen von anderen Mitbewerbern?
Wir sind ein IT Consulting Unternehmen. Diese Aktion zeigt uns von einer lockeren Seite, die es in klassischen Beratungsunternehmen vermutlich nicht gibt.

Welche Rolle spielt mobile aus Sicht Ihres Auftraggebers beim Recruiting?
Die Stellenanzeige unter dem besagten Link ist jedenfalls für mobile Endgeräte optimiert und über einen QR Code abrufbar.

Wie viele Stellen sind zu besetzen? Wie sehen die Zielsetzungen für die AdCards aus (wie viele Bewerbungen? Wie viele Seitenaufrufe?)
Es sind im Moment bis zu 4 Stellen offen. Frontend- und Java-Entwickler, sowie der “klassische” IT Consultant (2x) beim Kunden vor Ort. Wobei beim Java-Entwickler und dem Consultant die Übergänge fließend sind. Da wir die Entwicklung schwer einschätzen können, haben wir keine Ziele definiert. Wenn am Ende 100te Bewerbungen eintreffen und keiner dabei ist, dann ist das ein Ergebnis mit dem wir genauso leben können wie eine Resonanz von null. Die Hoffnung besteht natürlich, dass wir über diese Aktion 2 neue Mitarbeiter einstellen, ca. 50 Facebook Fans gewinnen und täglich über 100 Seitenaufrufe bekommen.

Eine etwas vorlaute Frage: Wie werden Kosten und Aufwand v.a. in Relation zu klassischen Maßnahmen wie Print-Stellenanzeigen gesehen?
Eine solche Aktion ist unterm Strich günstiger als eine Anzeige bei Stepstone. Da wir dort bereits Erfahrungen gesammelt haben und der Markt im Moment schwer ist, kann es eigentlich nur besser werden. Am Ende können wir jedenfalls sagen, dass wir alles probiert haben.

Gab es in der Vergangenheit andere erfolgreiche (oder auch weniger erfolgreiche) Aktivitäten, die die nun diese Idee als erfolgversprechend erscheinen lassen?
Eine andere Aktion wurde bereits durchgeführt, jedoch leider ohne den gewünschten Erfolg. Dies ist unsere erste „offline“ Aktion und wir sind guter Hoffnung.

Die Sujets:

Hinweis:

Ich bin nicht selbst auf die Aktion gestoßen sondern wurde vom Kommunikationsdienstleister, der die Aktion begleitet, darauf hingewiesen. Erwähnenswert ist das aus zwei Gründen: Erstens finde ich es gut, dass sich jemand bei der Bekanntmachung einer Aktivität professionell um Blogger kümmert. Zweitens habe ich für den Post keinen Euro bekommen – wenn ich die Aktion nicht als beispielhaft und nachahmenswert für andere kleinere Unternehmen sehen würde, hätte ich nicht darüber berichtet.